sebastian wittmann

Alter: 20

Wohnort: München, Deutschland

Besuch der Suppenküche: Mai 2010

Man muss, so glaube ich, Armut wenigstens einmal mit eigenen Augen gesehen haben, um den Luxus, den wir Europäer gewohnt sind, schätzen zu können.

Ich selbst bin Ende Mai 2010 auch nur zufällig mit den ärmlichen Verhältnissen Namibias in Berührung „gekommen“ Eben dort, genauer in der Hauptstadt Windhuk, begleitete ich eine Freundin in das Township Katutura, wo wir in Monicas Suppenküche Kindern eine warme Mahlzeit gaben.

Die ärmlichen Verhältnisse und der Zustand dieses Viertels haben mich schwer erschüttert. Die dort lebenden Menschen haben nur unzureichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gerade genug um wenigstens sicherzustellen, dass die Kinder sich vor dem Essen die Hände waschen können (wohlgemerkt aus einem Bottich) – ein Umstand von großer Wichtigkeit, denn Besteck ist ebenfalls Mangelware und so müssen viele Kinder mit ihren bloßen Händen essen. Auch Stühle und anderes Mobiliar sind nur notdürftig aus Holz oder Plastik zusammengetragen worden.

An dieser Stelle ist mir sehr deutlich geworden, wie verschwenderisch und unbewusst wir Europäer leben. Jeder Plastiklöffel, den wir mit unserem „Coffee-to-go“ Becher wegwerfen, könnte hier einem Kind in Katutura als Besteck für sein karges Essen dienen.

Die Eindrücke und Erlebnisse, die ich in Katutura mitgenommen habe, regen mich noch jetzt, da ich wieder in Europa bin, häufig zum Nachdenken über meinen und unser aller Lebensstil an. Jeder Europäer sollte sich im Klaren darüber sein, dass es vielen Menschen, gerade in Afrika, weitaus schlechter geht als uns.

Mein kurzer Besuch bei den Kids von Katutura machte mir bewusst, wie lehrreich ein solcher sein kann bzw. dass jeder Beitrag, möge er auch noch so klein sein, den Kindern Freude bereiten kann.