marlene rössler

Alter: 68

Wohnort: Günzburg, Deutschland

Besuch der Suppenküche: November 2009

Meine Namibiareise im Herbst 2009 begann mit einem Paukenschlag!
Kaum in Windhoek angekommen, fuhr ich mit meinem Ehemann und meiner Tochter Andrea gleich am nächsten Morgen zu Monicas Suppenküche in Katutura.
Monica ist eine temperamentvolle, lebenslustige und warmherzige Afrikanerin, die meiner Tochter eine gute Freundin wurde.
Diese besondere Frau errichtete für die ärmsten Kinder in Katutura die Suppenküche „Home of Good Hope“. Hier bekommen die Kleinen einmal am Tag ein warmes Essen.
Die Wellblechhütte bietet den Kindern nicht nur Schutz vor der sengenden Hitze Afrikas, sondern auch Platz für Stühle, Teller, Besteck, etc. Ansonsten ist die Suppenküche einfach nur ein großer Raum voller Kinder – überall Kinder.
Dutzende kamen auf uns neugierig zu, um „die Weißen“ zu sehen. Viele Kinder kannten meine Tochter Andrea schon. Sie war immer von ihnen umringt, hatte manchmal sogar zwei auf dem Arm.
Ob hell oder dunkel, groß oder klein, alle waren fröhlich und zutraulich. Jedes Kind wollte ein bisschen Zuneigung und Liebe, selbst die großen Jungen. Selten habe ich so viele fröhliche Kinder gesehen.
Vor dem Essen wird immer gesungen und gebetet. Ausgelassen sangen, tanzten und klatschten große wie auch kleine Kinder. Sie sangen auf Englisch, das sie bei Monica lernen. Die Kinder waren wie aus dem Häuschen – alle wollten uns zeigen, was sie können.
Zum Essen wurden schließlich kleine Plastikstühle aufgestellt. Auf Plastiktellern wurden ca. 3 EL Maisbrei und 3 EL Bohnensauce pro Kind verteilt – die größeren Kinder bekamen etwas mehr. Die Kinder aßen großteils mit den Fingern, aber schön manierlich und langsam. Obwohl bestimmt alle Kinder hungrig waren, halfen einige der Größeren den Kleinen. Ein paar der älteren Kinder haben einen Löffel, was ein Privileg ist. Meine Augen wurden feucht! Einmal am Tag ein bisschen Essen, das so bedächtig gegessen wird! Meine Tochter Andrea sagte zu mir, das sei kein Grund für Tränen. Diese Kinder stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Sie bekommen wenigstens einmal am Tag von Montag bis Freitag etwas zu essen. Das ist Afrika! Nach dem Essen wurde abgeräumt, die Stühlchen gestapelt und die Hände gemeinsam in einem großen Bottich gewaschen (Wasser ist das kostbarste Gut).
Im „Home of Good Hope“ werden die Kinder nicht nur verpflegt, sondern von Monica ebenso in Englisch unterrichtet. Sie dürfen aber auch einfach Kind sein und spielen.
Und das war das größte Vergnügen! Spielen mit sooo vielen Kindern! Selbst für mich als erfahrene Oma war das etwas Neues!
Monica hat in Kanada eine Gönnerin, die ihr regelmäßig Geld spendet. Doch die Kinderschar hat sich mehr als verdoppelt, der Geldsegen natürlich nicht. Etliche Kinder können nicht in die Schule gehen, weil sich ihre Eltern die Schulgebühren bzw. das notwendige Schulzubehör nicht leisten können.
Natürlich überlegten wir, wie wir helfen können. Wir wollten für einen längeren Zeitraum den Kindern ein zweites Essen sichern. Monica wollte aber lieber mehr Kinder in die Schule schicken. Für sie ist Bildung wichtiger als ein zweites Essen.
Als unsere Reise in Namibia zu Ende ging, war mir und meinem Mann klar, dass das „Home of Good Hope“ Hilfe benötigt. Wir haben also in unserem Freundeskreis um Unterstützung gebeten. Die Großzügigkeit unserer Stammtischfreunde und der Lions ermöglichten es uns der Suppenküche einen namhaften Betrag zu spenden. Monica war überwältigt. Durch diese Gabe können jetzt viele Kinder in die Schule gehen. Es blieb auch noch etwas Geld übrig, um eventuell noch ein Stück Land dazuzukaufen, um Gemüse für die Kinder anzubauen.
Ich wäre gerne öfter im „Home of Good Hope“, um zu helfen und die Fröhlichkeit der afrikanischen Kinder zu genießen. Am liebsten hätte ich eines der Kinder mitgenommen, aber die Wahl wäre mir unmöglich gewesen. Außerdem sind die Kinder in Afrika glücklich und gehören hierher. Afrika braucht gesunde Mütter und Kinder.
Für die Kinder ist unsere Unterstützung wichtig. Bildung ist das wertvollste Gut. Meine Aufgabe liegt nicht in Afrika, sondern in Deutschland. Von hier aus ist meine Hilfe am effizientesten.
Helft Monica und den Kindern aus dem „Home of Good Hope“, damit sie sich selbst helfen können.