Wohnort: wo ich gerade bin
Katutura ist Geschichte. Katutura pulsiert. Katutura ist nicht zu übersehen, außer man verschließt die Augen. Und dies gilt es zu vermeiden; denn Katutura gehört zu Namibia wie die blitzblank saubere, weiße Stadt Windhoek auch. Hat man sich damit nicht auseinandergesetzt, war man nicht in Namibia.
Die große Frage, die mir jeder stellt und die eigentlich auch auf der Hand liegt, ist folgende: Wie bist du eigentlich zur Suppenküche gekommen?
Um dies zu beantworten, muss ich ein wenig ausholen und einen Sprung in den Monat März dieses Jahres machen. Mit zwei Freunden war ich zu diesem Zeitpunkt bereits 5 Monate am afrikanischen Kontinent unterwegs. Seit Oktober 2009 waren wir en route,… unser Ziel: Kapstadt!
Kamerun stand für den Monat März auf dem Programm und in Yaoundé, der Hauptstadt des Landes, trafen wir auf Andi (Link). Vom ersten Tag an war sie wie eine große Schwester für mich, wir verstanden uns blendend, sodass unsere Gruppe sie mit Freuden für ein paar Tage zum Mitreisen aufnahm.
Wie das unter Reisenden so ist, werden alle nur denkbaren Infos ausgetauscht. Sämtliche Highlights und Geheimtipps werden weitergegeben. Sonnenklar, dass Andi mir Fotos zeigte bzw. Stories und Anekdoten von Monicas Suppenküche erzählte. Da gab’s nix nachzudenken, ich wollte diese Frau und die ganzen Kids unbedingt kennenlernen. Doch der Weg bis Namibia war noch ein weiter.
Ende Mai war es dann so weit. Ich bekam eine Mail von Andi, die mittlerweile wieder in Deutschland war, ich solle doch bitte Fotos von den Kids machen, diese nach Deutschland schicken, um zu zeigen, wo genau das gespendete Geld eingesetzt wurde.
Zwei Tage lang war ich als „Fotografin“ in der Suppenküche unterwegs. Ich habe auch ohne besondere Action viel Spaß an diesem Hobby, aber diesmal war es etwas Reizvolles, da ich nicht nur hinter dem Apparat war. Ich half nebenbei beim Austeilen des Essens, spielte mit den Kids, griff wieder zu meiner Kamera, legte sie beiseite, machte den Abwasch, rannte zurück zum Fotoapparat, um jeden neuen Eindruck zu dokumentieren.
Beim Fotografieren hatte ich geschätzte 20 Kids auf meinem Rücken, um mich herum, vor/neben/hinter mir. Alle wollten natürlich die bunten Bilder am Display bestaunen und bei dieser Belagerung war es dementsprechend schwierig für mich im richtigen Moment abzudrücken.
Im Endeffekt war ich von den Kindern, von Monicas Arbeit und von dieser afrikan. Atmosphäre, die in Windhoek-Stadt so gut wie nicht vorhanden ist, so begeistert, dass ich noch ein paar Tage verlängerte. Aus diesen paar Tagen wurden gute 2,5 Wochen. Für mich hieß es Abschied nehmen, denn ich musste meine Transafrikareise, die erst am Kap der Guten Hoffnung offiziell zu Ende war, beenden.
Aufgebrochen nach Südafrika, war mir bereits nach drei Tagen klar:
Ich vermisse die Kinder.
Ich vermisse die afrikanische Fröhlichkeit.
Mein Inneres zog mich wieder nach Katutura, dort zu helfen kam mir sinnvoller vor, als mich vom Fußballfieber anstecken zu lassen. Gesagt, getan. Cape Point wurde berührt, die Reise war nun offiziell beendet, Barbara war glücklich und keine 24 Stunden später saß sie wieder im Landcruiser, um in einem 16- stündigen Marathon zurück nach Windhoek zu fahren.
Insgesamt konnte ich mich ca. 1,5 Monate in der Suppenküche nützlich machen. In den letzten vier Wochen meines Aufenthaltes bekamen wir tatkräftige Unterstützung von Sarah aus Kanada, einer Frau, der ich per Zufall im Hostel über den Weg gelaufen bin. Sie half uns bei der Essensausteilung und beim Unterrichten der Kinder. Während meiner Anwesenheit fanden die Schreib- und Lesestunden täglich nach dem Essen statt. Jedes Kind, das teilnehmen wollte, war willkommen.
Selbst wenn diese Horde an Kids, oft sind es bis zu 200, manchmal recht nervenaufreibend sein konnte und das Schreien der ganz Kleinen das Erklären des Stoffes fast unmöglich machte,… war es für mich das erfüllendste und einschneidendste Erlebnis meines Lebens.
Rückblickend betrachtet, war diese Erfahrung mit Sicherheit eine der schönsten auf meiner gesamten Reise. Jeder Tag bot eine neue Herausforderung, ein neues Abenteuer!
Monica, inzwischen eine Freundin für’s Leben geworden, integrierte mich voll in den afrikanischen Alltag, wofür ich ihr ewig dankbar sein werde! In kurzer Zeit gingen wir gemeinsam durch Höhen und Tiefen, teilten Freud und Leid und waren, wie man bei uns so schön sagt, in allen Bereichen ein super Team!
Meine Transafrikareise, aber hauptsächlich die Erfahrungen in der Suppenküche von Katatura, werden meine Zukunft begleiten.
Solltet ihr nun neugierig geworden sein oder überhaupt Lust bekommen haben an dem Projekt mitzuwirken, dann schreibt mir doch bitte eine Email:

