andrea rössler (brd)

Alter: 43

Wohnort: Daheim in Regensburg, zuhause in der ganzen Welt

Eigentlich wollte ich einmal Lehrerin werden, bin dann aber in der Touristik gelandet. Irgendwann wollte ich selbst sehen und erleben, was ich so alles im Reisebüro anbiete, und noch viel mehr, was ich noch nie verkauft habe… Auf Reisen war ich immer wieder, ganz nach dem Motto: je weniger touristisch, desto besser (daher auch meine Ziele: von A wie Afghanistan bis Z wie Zaire) mal für drei Monate, mal für ein halbes Jahr oder mehr.

Von meinem bisher größten Abenteuer bin ich im Mai 2010 zurückgekehrt. 333 Tage allein durch Afrika. In klapprigen Bussen, in LKWs oder per Anhalter. 15 Länder. Tausende Eindrücke. Ungezählte wunderbare Kontakte.

In Windhoek wollte ich erst gar nicht lange bleiben. Gott sei Dank kam es anders. Da ich in eben dieser Stadt auf einen Reisefreund warten musste, der sich um gut drei Wochen verspätete, schaute ich eher aus Not und Langeweile, was man sonst in der nicht gerade spannendsten Hauptstadt der Welt sonst so machen kann.

Tja, und so kam ich über mehrere Umwege zu Monica und ihrer Suppenküche in Katutura. Volltreffer! Ab sofort war es keine Sekunde mehr langweilig! Monica – Mit ihr war es von Anfang an, als würde man eine Freundin nach langer Zeit wiedersehen. Da ist diese afrikanische Spontanität, die Herzlichkeit und die zupackende Art, die mich bei vielen Menschen auf diesem Kontinent immer wieder so fasziniert hat. Besonders Monica ist einfach eine Seele von Frau, die allen Widrigkeiten zum Trotz mit freundlicher Beharrlichkeit engstirnigen afrikanischen Büro kraten und deren Papierkriegen trotzt.

Die Suppenküche – überall wuseln Kinder verschiedenen Alters und vieler verschiedener Hautfarben herum. Die Größeren tragen die Kleineren, Mädchen tragen stolz ihre neuen, in stundenlanger Arbeit eingeflochtenen, kleinen Zöpfchen…

Anschließend beginnen die Kinder mit Monica zu singen. Wer hier nicht eine Gänsehaut bekommt und zu Tränen gerührt ist, dem ist nicht mehr zu helfen! Ein Lied ist schöner als das andere, immer mit viel Bewegung. Danach folgt ein Gebet und das Essen wird verteilt.

Obwohl es für viele Kinder die einzige Mahlzeit des Tages ist, essen die meisten erstaunlich langsam, hoch konzentriert, als ob es Teil einer religiösen Handlung sei. Meist gibt es Reis, Nudeln oder Maisbrei, darüber eine Sauce aus Bohnen und ein bisschen Dosenfisch.

Der Abwasch für 100 oder mehr Kinder kann sich durchaus etwas in die Länge ziehen; aber viele, auch kleine Hände, helfen mit. Der schönste Teil der “Arbeit” beginnt danach; nämlich die Zeit, die mit den Kindern verbracht wird. Alle wollen ihre Streicheleinheiten, alle wollen in der Gegend herum getragen werden, die Buben möchten mit mir Fußballspielen, die Mädchen mit meinen blonden Locken spielen oder Gummihüpfen… und das alles gleichzeitig! Nicht leicht, jedem gerecht werden, aber dabei bleibt man wenigstens jung…

Gut, dass ich vom ersten Tag an wusste: Ich werde mit Sicherheit noch öfter vorbeischauen.

Auch jetzt, nach 333 Tagen Afrika, sind es vor allem die Menschen dieses Kontinents, die mir auf Grund ihres unerschütterlichen Optimismus` bzw. ihrer Lebensfreude und ihres Glaubens an die Zukunft so stark in Erinnerung bleiben werden. Ich bin mir sicher, dass ich bald auf diesen angeblich so “dunklen Kontinent” zurückkommen werde, der für mich alles andere als dunkel ist, sondern voller Farben, voller interessanter Menschen, voller Möglichkeiten, mitanzupacken zusammen und etwas zu tun!

Bis dahin bin ich froh, dass wir nun zumindest über diese Homepage auch von Europa aus mithelfen können.
Bin dabei – hoffentlich viele andere auch!!!! Fragen zu Spenden aus Deutschland? Da seid ihr bei mir richtig unter andrea.roessler@homeofgoodhope.com